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Nachrichten zu Therapien und Ergebnissen zum Thema Tinnitus

Hörsturz und akuten Tinnitus mit Ginkgo-Präparaten behandeln?

Viele Tinnitus-Betroffene begeben sich auf die Suche nach erfolgsversprechenden Behandlungsmethoden – meist verbunden mit dem Wunsch nach „Heilung“ bzw. „Verschwinden des Ohrgeräusches“. Dabei erhalten sie weiterhin häufig die Empfehlung, ein Ginkgo-Präparat zur Durchblutungsverbesserung einzunehmen.

Ein Tinnitus kann als Folge einer Hörminderung, welche z. B. durch Alterungsprozesse entstanden ist, auftreten. Der Tinnitus ist dann jedoch nicht die Ursache, sondern Teil bzw. Folgeerscheinung des Degenerationsprozesses. In den letzten Jahren sind mehrere hochwertige wissenschaftliche Studien zu diesem Thema erschienen (z. B. die „Cochrane-Analyse“, Hilton et a. 2013): Diese kommen zu dem Ergebnis, dass Ginkgo zur Behandlung bei Tinnitus nicht effektiv ist.

Die von den ärztlichen Fachgesellschaften entwickelten aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien zur Behandlung einer plötzlichen Hörminderung (Hörsturz) sehen primär eine Cortison-Therapie vor, entweder in Tablettenform oder evtl. kombiniert mit einer Infusionslösung. Auf durchblutungsfördernde Mittel sollte laut Behandlungsleitlinie jedoch verzichtet werden. Bei besonders großem Hörverlust hat sich eine sogenannte Reservetherapie in Form von direkter Einbringung der Medikation in das Mittelohr (Intratympanale Therapie) als wirksam erwiesen.

Für die Behandlung des akuten Tinnitus (weniger als drei Monate) wird von Seiten der Fachgesellschaften auf die Hörsturz-Behandlungsleitlinie verwiesen. Darüber hinaus legt die Tinnitus-Leitlinie auch fest, dass ergänzend zur medikamentösen Therapie bereits im Akutfall eine aufklärende Beratung erforderlich ist sowie evtl. auch eine begleitende Entspannungstherapie.